Die Vergangene Zukunft Europa

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November 2011: Heinrich Hartmann

Heinrich Hartmann, Der Volkskörper bei der Musterung: Militärstatistik und Anfänge der Demographie in Europa vor dem Ersten Weltkrieg, Wallstein 2011

Kurzbeschreibung

Grenzüberschreitenden Vernetzung im Europa vor dem Ersten Weltkrieg: Militärstatistiken als vielseitige Quellen.Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Europa das Bewusstsein für die Bedeutung der Bevölkerung und ihrer Entwicklung für die "Wehrkraft" einer Nation. Damit wurde die medizinische Musterung der Rekruten auch zu einem Moment der Untersuchung der breiten Bevölkerung. Größe, Gewicht und Brustumfang der Rekruten interessierten nicht nur das Militär selbst. Statistiker, Mediziner und Anthropologen hatten ebenso große Erwartungen an die Musterung der männlichen "Militärbevölkerung". Die Frage, ob und wie man über die Statistiken Rückschlüsse auf die Bevölkerungsentwicklung ziehen konnte, wurde zu einem frühen Kristallisationspunkt demografischer Wissenschaften. Heinrich Hartmann analysiert die Rolle des Militärs in der Entstehung demografischer Diskurse und Wissenspraktiken vor dem Ersten Weltkrieg. Verglichen werden dabei Fallstudien aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und anderen europäischen Ländern. Deutlich wird auch die grenzüberschreitende Vernetzung der demografischen Experten: Transnationale Wissenszirkulation und ein nationalistischer Militarismus schlossen sich vor 1914 nicht aus, sondern bedingten sich häufig gegenseitig.

Über den Autor

Heinrich Hartmann, geb. 1977, wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der Universität Basel. Promotion 2006 an der FU Berlin und der EHESS Paris. Mitarbeit im Projekt »Vergangene Zukunft Europas« am Frankreichzentrum der FU Berlin über die transnationale Wissensgeschichte der Demografie im 20. Jahrhundert.



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