Die Vergangene Zukunft Europa

Drucken Französisch Deutsch Englisch

Veranstaltungen


29. und 30. Mai 2009:
A World of Populations. 20th Century Demographic Discourses and Practices in Global Perspectives

Internationale Konferenz am Deutschen Historischen Institut in Washington (29.-30. Mai 2009), organisiert von Heinrich Hartmann (FU Berlin) und Corinna Unger (GHI). Die Konferenz versucht, die Demografie aus der nationalgeschichtlichen Betrachtung zu lösen und das akademische, das diskursive und das angewandte Bevölkerungswissen in Phasen internationaler Vernetzung im 20. Jahrhundert zu analysieren. Welche Auswikungen hatten etwa gloabalgeschichtliche Phänomene (Kolonialismus, Kalter Krieg) auf globale und nationale Bevölkerungsdiskurse und Bevölkerungswissen ?

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des German Historical Institute.



Januar 2009:
Internationale Tagung in Leipzig

„Bevölkerungsfragen“ besitzen seit einigen Jahren in Deutschland, mehr und mehr aber auch auf der europäischen Ebene, einen hohen Aufmerksamkeitsgrad, allerdings stehen sie bereits seit über einhundert Jahren auf der Agenda. Die demografische Lage der Nationalstaaten und Europas war und ist ein Grundmotiv moderner Staatlichkeit im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert.
Das Zukunftswissen über die Entwicklung der „Bevölkerung“ offenbart dabei auf zugleich prägnante und komplexe Weise die umstrittenen sozialen und kulturellen Bestimmungen Europas und des Europäischen in Geschichte und Gegenwart. Im Blickpunkt von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik standen und stehen Themen wie etwa die Wehrfähigkeit der Nation im Vergleich zu den Nachbarn, der Geburtenrückgang, und damit der „Mangel“ an nachwachsenden Generationen, die Übervölkerung, die steigende Lebenserwartung der Menschen und die daraus folgende „Überalterung der Gesellschaft“ sowie der Umgang mit Migration und MigrantInnen.
Auf der Konferenz werden derartige „Bevölkerungsfragen“ in einem breiteren europäischen Kontext historisiert. Im Vordergrund stehen insbesondere die transnationalen Dimensionen der Bevölkerungswissenschaften. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den demografischen Konstruktionen von Mittelost-, Ost- und Südosteuropa. Dabei sollen drei Themenfelder in den Blick genommen werden:
— Es geht dabei erstens darum, die verschiedenen Formen, Präfigurationen und Inhalte von europäischen Selbstverständnissen zu umreißen, die sich im Wechselspiel von lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Ebenen historisch herauskristallisierten. Wer wurde – im Zusammenhang mit Bevölkerungskonstrukten – als zugehörig zu (West- oder Ost-) Europa, zu einer Nation, zu modernen Industriestaaten, zur „westlichen Welt“ usw. definiert? Auf welchen Kriterien basierten solche Zuschreibungen und aus welchem Wissen gingen sie hervor? Wie wurde Bevölkerungswissen über europäische Bevölkerungen (oder: die Bevölkerung Europas) zu einem Faktor politischer Gestaltung?
— Zweitens werden einzelne Bevölkerungsdebatten, zum Beispiel über Geburtenrückgang, „Überalterung“ und Migration, in transnationaler Perspektive analysiert. Dabei sollen Prämissen von historischen Rück- sowie „Vor-“Projektionen von sozialen und kulturellen Bestimmungen Europas diskutiert werden. Welche Rolle spielen etwa – diskursiv – die Reproduktionsziffern in bestimmten EU-Beitrittskandidatenländern für deren „EU-Tauglichkeit“?
— Ein dritter Gegenstand ist die Wissensgeschichte der „Bevölkerung“: Wie entsteht Bevölkerungswissen; wie werden Entwicklungen prognostiziert; wie werden solche Wissensbestände transnational rezipiert und antizipiert; welche Rolle spielen sie für politische Entscheidungen und wie verändern sie sich durch solche Versuche praktischer Umsetzung? In welchem Wechselverhältnis stehen schließlich solche innerwissenschaftlichen Debatten zu populären Bildern und Vorstellungen von „der“ Bevölkerung und ihrer zukünftigen Entwicklung“?

Weitere Informationen und das genaue Programm entnehmen Sie bitte unserem Flyer Internationale Tagung .
Hier finden Sie einen Tagungsbericht.


Aktuell

September 2011
Petra Overath (Hg.)

mehr

November 2011
Heinrich Hartmann

mehr

Februar 2012
Maximilian Schochow/Daniel Schmidt

mehr

Bundministerium für Bildung und Forschung